Eine Hand voll Fragen an… Illustratorin Stefanie Messing!

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Kurzprofil

Geboren wurde die ausgebildete Grafikerin Stefanie Messing in Neustadt an der Weinstraße (Pfalz). Mittlerweile wohnt sie in Bonn und arbeitet freiberuflich als Grafikerin und Illustratorin. Für das Projekt und Kinderbuch „Ankommen in Bonn“ illustrierte Stefanie Messing die Geschichte der aus Syrien geflohenen Sima, die in Bonn ein neues Zuhause findet.

Stefanie Messing im Internet: www.kleinerwolf.de

Kinderbuch „Ankommen in Bonn“: www.literaturhaus-bonn.de/ankommen-in-bonn

Das Interview

Frage 1: Welche Bedeutung spielt das Thema Bewegung in Ihrem persönlichen Leben und für Ihre Illustrationen?

quadratlatsche-farbig_005Stefanie Messing: In meinem persönlichen Leben spielt Bewegung eine große Rolle. Nachdem ich viele Jahre in verschiedenen Werbeagenturen gearbeitet habe, habe ich ständig den Drang gespürt mich weiter zu bewegen. Als Art-Direktorin hat mir oft das handwerkliche Arbeiten gefehlt, das Arbeiten mit Papier und Farbe. Deswegen war ich lange auf der Suche. Dazu kam noch, dass ich sehr oft umgezogen bin, mich also räumlich auch immer wieder neu orientiert habe.

Mein Traum war immer, Kinderbücher zu illustrieren. Dieser Traum ist vor einigen Jahren wahr geworden! Als Illustratorin und Grafikerin zu arbeiten ist für mich nun die perfekte Mischung und macht mich sehr glücklich! Trotzdem ist immer noch Bewegung drin und ich merke auch, wie sich mein Zeichenstil immer wieder neu „bewegt“. Also, Stehenbleiben ist nichts für mich und so bin ich immer wieder gespannt und neugierig, was sich da noch so bewegt und kommen mag…

Frage 2: Die kleine Sima in Ihrem neuesten Buchprojekt „Ankommen in Bonn“ läuft gerne und trägt am liebsten Sportschuhe. Wie kam es zu dieser Darstellung von einem sportlichen Mädchen?

quadratlatsche-farbig_004Stefanie Messing: Frau Sabbag, die Autorin und Ideengeberin, beschrieb mir Sima als ein Mädchen, das in Syrien gerne Fußball gespielt hat und viel gelaufen ist. Also war es für mich sofort klar, dass Sima Turnschuhe tragen muss! Jedoch habe ich beim Illustrieren darauf geachtet, dass es keine „Markenschuhe“ sind. Auch die Kleidung von Sima ist sehr gemischt und nicht wirklich farblich abgestimmt. Das war mit wichtig, um Sima auch authentisch rüberzubringen.

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Foto: Die kleine Sima aus Syrien sitzt auf der Schulter von Stefanie Messing, die sie für das Buchprojekt „Ankommen in Bonn“ illustriert hat.

Frage 3: Welche Schuhe tragen Sie gerne? Und warum?

quadratlatsche-farbig_005Stefanie Messing: Ich trage auch mal gerne sportliche Sneakers, im Winter meine geliebten blauen Stiefeletten und im Sommer leichte Sandalen. Wichtig ist mir dabei aber immer, dass sie bequem sind. Mit hohen Absätzen komme ich zum Beispiel gar nicht klar 😉 Mein Schuhregal ist auch sehr übersichtlich, also es gibt eine Handvoll Schuhe und das reicht mir. Für mich sind Schuhe auch erst schön, wenn sie eine Weile von mir getragen wurden.

Frage 4: Unsere Welt war schon immer in Bewegung, aber in unserer Zeit ist vor allem die Flucht aus Krisen- und Kriegsgebieten auch zu uns nach Bonn präsent. An welches Ereignis denken Sie besonders gerne zurück, wenn Sie an die Entstehung von „Ankommen in Bonn“ denken?

quadratlatsche-farbig_004Stefanie Messing: Als ich zusammen mit Frau Sabbag eine Schulklasse besucht habe, die ein Kapitel zu „Ankommen in Bonn“ geschrieben hat. Die Kinder erzählten über Sima (der Hauptfigur in diesem Buch), als wäre sie eine liebe Freundin und Klassenkameradin. Sima war in diesem Moment für mich „angekommen“ und das war sehr eindrucksvoll.

Frage 5: Ihre Arbeit als Illustratorin hat durchaus mit Am-Schreibtisch-Sitzen zu tun. Wie halten Sie sich gesund und fit?

quadratlatsche-farbig_005Stefanie Messing: Dadurch, dass ich Zuhause in meinem Atelier arbeite, fehlt mir natürlich der tägliche „Weg zur Arbeit“. Dazu kommt noch, das stundenlange Sitzen an meinem Maltisch. Deswegen versuche ich im Alltag, möglichst oft das Auto stehen zu lassen und Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Bewegung ist für mich sehr wichtig. Wenn ich ein kreativen Durchhänger habe und es mal nicht weitergeht, dann hilft mir oft ein Spaziergang oder ein kleiner Ausflug. Das macht meinen Kopf frei und dann ist auch wieder Raum für neue Ideen. Außerdem halten meine beiden Kinder (5 und 8 Jahre) mich auf Trab. Wenn es Zuhause mal drunter und drüber geht, dann hilft oft ein kleiner Ausflug in die Natur.

Und ich habe kürzlich das Tanzen für mich entdeckt. Das ist für mich die Auszeit vom Alltag und die perfekte Verbindung von Spaß und Bewegung.

Vielen herzlichen Dank für dieses Interview!

[Kathrin Rosi Würtz, 2016]
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