Eine Hand voll Fragen an… Schauspielerin Carina Kühne!

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Kurzprofil

Als Schauspielerin und Aktivistin engagiert sich Carina Kühne vor allem für Inklusion und die Rechte von Menschen mit Down-Syndrom. Sie hält Vorträge über ihr Leben in ganz Deutschland . Einem breiteren Publikum wurde sie durch den preisgekrönten Spielfilm BE MY BABY (www.facebook.com/BeMyBabyFilm) bekannt. Auch in der Ausstellung TOUCHDOWN (www.touchdown21.info) in der Bundeskunsthalle Bonn hat sie aktiv mitgewirkt.

Auf ihrer Website www.carinakuehne.de berichtet sie über ihre Aktivitäten.

Das Interview

Frage 1: Welche Rolle spielt das Thema „Bewegung“ in deinem Leben?

Carina Kühne: Meine Tante sitzt schon seit vielen Jahren im Rollstuhl, deshalb bin ich sehr froh und glücklich, dass ich gesunde Beine habe und mich bewegen kann.

Ich habe einen weißen Schäferhund, der dafür sorgt, dass ich mich genug bewege.

Außerdem tauche ich gerne. Ansonsten mache ich leider nicht so viel Sport, weil ich beruflich viel unterwegs bin.

Frage 2: Du bist Schauspielerin und hast u.a. im Film BE MY BABY mitgespielt. Was fasziniert dich an der Schauspielerei?

quadratlatsche-farbig_005Carina Kühne: Es macht viel Spaß, in andere Rollen zu schlüpfen. Außerdem glaube ich, dass gerade Filme dazu beitragen können, die Barrieren in unseren Köpfen abzubauen.

Für mich ist es wichtig, zu zeigen, dass Menschen mit Down-Syndrom auch etwas leisten können und dazu gehören.

Ich wünsche mir so sehr Filme, in denen Menschen mit Handicap mitspielen, ohne dass es um Behinderungen geht.

Ich setze mich ja sehr für Inklusion ein und wünsche mir diese auch in den Filmen.

Jenny Klestil

Carina Kühne (Foto: Jenny Klestil)

Frage 3: Wie schätzt du die derzeitige Toleranz gegenüber Menschen mit Down-Syndrom ein? Was läuft gut und was läuft nicht gut?

Carina Kühne: Leider ist das mit der Toleranz immer noch ein Problem.

Gut finde ich, dass nun endlich die freie Schulwahl eingeführt werden soll.

Nicht gut finde ich, dass es immer noch nicht selbstverständlich ist, dass Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich am normalen Leben teilhaben können.

Das neue Teilhabegesetz trägt leider auch nicht unbedingt dazu bei, dies zu ändern.

Frage 4: In Bonn wurde Ende Oktober 2016 die Ausstellung TOUCHDOWN eröffnet. Was ist für dich das Highlight der Ausstellung?

quadratlatsche-farbig_005Carina Kühne: Mir gefällt, dass bei dieser Ausstellung nicht nur über Menschen mit Down-Syndrom berichtet wird, sondern, dass sie miteinbezogen werden, getreu dem Motto: „Nicht ohne uns über uns“.

Besonders habe ich mich gefreut, dass ich dazu mit einem Interview auch einen kleinen Beitrag leisten konnte.

Regina Schäfers, Carina Kühne, Kathrin Rosi Würtz während der TOUCH DOWN Ausstellung in Bonn

Regina Schäfers, Carina Kühne, Kathrin Rosi Würtz (v.l.n.r.) während der TOUCHDOWN Ausstellung in Bonn (Foto: Shanthi Mary Würtz)

Frage 5: In welchen Filmen und Projekten wirst du in Zukunft zu sehen und zu hören sein?

Carina Kühne: Über Filme darf ich leider noch nicht sprechen. Da muss man immer eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben.

Aber ich bekomme Einladungen, Vorträge z. B. an Hochschulen zu dem Thema Inklusion zu halten oder zu Talk-Sendungen im Fernsehen und im Radio.

Mehr Informationen gibt es auf meiner Homepage oder meinem Blog.

www.carinakuehne.de

Vielen herzlichen Dank für dieses Interview!

[Kathrin Rosi Würtz, 11 /2016]

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